Body & Soul Lifestyle

Alles in Ordnung im Herbst?

Bild von Melk Hagelslag auf Pixabay 

Ich weiß nicht warum, aber der Herbst motiviert mich immer ganz besonders, um in meinem Haus etwas zu verändern. Sei es ein kompletter Hausputz, eine Renovierungsaktion oder eben eine Aussortier-Challenge à la Marie Kondo. Da ich zu den Menschen gehöre, die ein Zuviel um sich herum, absolut nicht aushalten, bin ich ohnehin sehr bedacht darauf, dass so wenig wie möglich in meinem Haus oder auch im Büro herumsteht, das schaffe ich auch meistens recht gut. Kann sein, dass auch das eine Folge meiner neurologischen Erkrankung ist. Manchmal habe ich den Eindruck hochsensibel zu sein, denn viele Eindrücke oder auch viele Geräusche oder Menschen machen mir oft Probleme und führen bei mir zu innerer Unruhe und Unwohlsein. Das ist auch der Grund, warum ich mich in meiner Freizeit sehr gerne zurückziehe, fern ab der hektischen Menschen in ihrem Alltags- und Freizeitstress. Nun gut, jetzt bin ich doch etwas abgeschweift vom eigentlichen Thema, über das ich schreiben wollte.

Bei meinen Kästen und Schränken bin ich leider nicht ganz so erfolgreich, die waren nämlich teilweise vollgestopft mit verschiedensten Gegenständen. Einerseits, weil irgendwie alles durcheinander zu sein schien und andererseits, ich Dinge hortete, die ich zum Beispiel geschenkt bekam oder ein absoluter Fehlkauf waren und daher nie nutzte. Beispielsweise waren überall in meinem Haus verschiedene Schraubenzieher verteilt in Schubladen, wo ich sie dann immer nur zufällig wiederfand, aber im Bedarfsfall nie daran gedacht hätte, sie dort zu suchen. Mein Kleiderschrank, war stets die größte Herausforderung, da ich ca. zwei Drittel der Kleidung die ich besitze nicht benutzte, sondern immer nur zu den gleichen Stücken griff. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, nicht zu wissen, was ich anziehen soll und das belastete mich jeden Tag ein bisschen.

Obwohl ich schon des Öfteren versuchte meinen Hausrat komplett zu entrümpeln und zu ordern, sollte es nie so recht klappen. Direkt nach der Trennung meines Exmannes hatte ich zum Beispiel einen derartigen Motivationsschub. Aber das sah dann eher so aus, dass ich alle Erinnerungsstücke die schmerzten in einen Kasten räumte, den ich über ein Jahr lang nicht aufmachen konnte. Jetzt sollte auch dieser angegangen werden, da es mittlerweile auch nicht mehr weh tut. Aber zuerst sollten noch alle anderen Schränke und Kästen drankommen. Mein neuer Plan: Alle meine Besitztümer, die der gleichen Kategorie angehören, auch am gleichen Ort aufzubewahren und alles, was ich die letzten drei Jahre nicht bzw. nur „mit muss“ benutzt oder angezogen habe, kommt weg. Also wird verkauft oder verschenkt und landet nur als letzte Möglichkeit im Abfall.

Mein Plan inspiriert durch Marie Kondo

Und das Ganze sollte folgendermaßen ablaufen: Zuerst einen Plan entwerfen, wo sich was in meinem Haus befinden sollte, zum Beispiel, alle meine Bastelsachen kommen in den Schrank im Esszimmer und alle Werkzeuge in die „Werkstatt“, das ist meine kleine Hütte hinterm Haus, in der auch Holz und alle Gartensachen gelagert wird. Jede Woche widme ich mich einem Raum und dabei soll ein Schrank nach dem anderen komplett ausgeräumt und Stück für Stück durchgegangen werden, ob ich es nutze oder nicht. Bei manchen Dingen war mir sofort klar, ob es bleibt oder geht. Aus den Sachen bei denen ich mir unsicher war, entstand ein „Da bin ich mir unsicher“-Haufen, der zuletzt vorgenommen werden sollte, somit kam ich auch relativ schnell voran.

Da ich bekennender Fan von der japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo bin, orientierte ich mich dabei an ihrem System und zwar darauf zu achten, ob mir das Objekt ein unangenehmes oder ein angenehmes Gefühl bereitet. Sie meint zwar um etwas zu behalten, müsse es „Freude entfachen“, aber naja, viele Dinge lösen bei mir einfach nur ein neutrales Gefühl aus und ich brauche sie trotzdem. Wenn ich dann mit dem jeweiligen Raum durch bin, dann wird alles abgestaubt und gewischt und schon ist auch der jährliche gründliche Komplett-Hausputz erledigt.

Die Reihenfolge der Räume legte ich dann auch noch wie folgt fest: Speisekammer, Küche, Esszimmer, Badezimmer im Erdgeschoss, Eingangsbereich, Stiegenhaus, Badezimmer im Obergeschoss, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Büro. Die Speisekammer zuerst, da diese schon eine ganze Weile keine größere Zuwendung mehr bekam und das Büro als letztes, da dort besagter Schrank mit den Sachen des Ex steht, wo sich auch noch das Brautkleid und Hochzeitsfotoalbum befinden. Schmeißt man solche Sachen einfach weg, wenn sie keiner kaufen will? Eine Entscheidung, die mir schwerfallen würde, da die Planung der Hochzeit doch irgendwie mein Baby war und sehr viel Arbeit und Emotionen hineingesteckt wurden.

Fast in jedem Raum reichte mein Zeitlimit von einer Woche aus, außer im Schlafzimmer, da zog sich die Aussortierphase über zwei Wochen. Eine ganze Woche fraß mein Kleiderschrank, aber auch dieser sollte bezwungen werden. Bei sehr vielen Kleidungsstücken war ich der Meinung, wenn diese wieder modern werden würden, dann zieh ich sie wieder an. Aber mittlerweile weiß ich einfach sehr gut darüber Bescheid, welche Farben und Schnitte mir stehen und in welchem Stil ich mich am wohlsten fühle. So zog ich jedes Kleidungsstück an, das ich die letzten Jahre kein einziges Mal anhatte und fühlte hinein, ob ich mich darin gut fühlte oder ob es irgendwo zwickte oder ich mich einfach falsch darin fühlte. Marie Kondo sagt, man solle sich bei jedem Teil bedanken, bevor man es weggibt und auch das habe ich gemacht, obwohl es sich schon etwas komisch anfühlte. Danach wanderten ganze drei übervolle Säcke zu je 32l Füllmenge in die Altkleidersammlung und ein halber Sack in den Müll, aufgrund von Löchern oder Flecken, die nicht mehr rausgingen. Und nun, da mein Kleiderschrank so wunderbar ordentlich aussieht, habe ich auch bereits die nächste Challenge im Sinn und zwar eine Capsule Wardrobe zu testen, bei der ich ein paar Monate mit nur 33 Kleidungsstücken (ohne Unterwäsche und Schuhe) auskommen möchte. Mein Fazit aus der ganzen Challenge ist jedenfalls, dass ich die Dinge, die ich besitze, viel zu wenig geschätzt habe und man heutzutage viel zu leicht in die Versuchung gerät, seine Besitztümer als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Das soll sich bei mir in Zukunft maßgeblich ändern und was auch noch bleibt ist das Brautkleid…

Alles Liebe

Eure Erika

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