Body & Soul Lifestyle

Erika und die Liebe

Bild von Karolina Grabowska auf Pixabay

Die große Liebe finden. Eines meiner Lebensziele, so schien es, das ich wohl nie erreichen würde. Gibt es sie überhaupt oder wird uns dieses Bild doch eh nur aus kitschigen, unrealistischen Liebesromanen vorgegaukelt? Mit Handicap hat man vielleicht eine etwas andere Sicht auf die Dinge. Wer schwere Schicksalsschläge erlebt hat, ist vielleicht gar nicht mehr in der Lage die bekannte rosarote Brille aufzusetzen, sondern sieht von Anfang an alles eher realistisch. Dinge, die ich mir einredete, jahrelang. Aber meine Suche gab ich insgeheim nie auf. Denn Liebe und  Leidenschaft brauche ich, wie Luft und Wasser. Ohne, geht’s einfach nicht für mich.

Ganz im Gegenteil zu meiner Annahme als Teenager, dass ich niemals einen Mann für eine Beziehung finden würde, gab es in meinem Leben nun doch bereits den ein oder anderen Mann. Da gab es zum Beispiel die Jugendliebe, die mein Herz im Sturm eroberte, wo man sich im Nachhinein fragte, was einen denn da bitte geritten hat, dass man auf diesen Typen stehen konnte. Aber auch jene, wo man anfänglich eigentlich so gar nicht begeistert war und maximal nur ein sehr leichtes Kribbeln fühlte, aber man wusste, das könnte was ganz großes werden. Nach und nach wurde es immer intensiver und irgendwann war man plötzlich bei dem Punkt angelangt, an dem man dachte „Wow, ich liebe diesen Menschen einfach so sehr“, obwohl es nie dieses Feuerwerk zu Beginn gab, von dem so viele sprachen.

Manche wiederum fand ich so unwiderstehlich, dass ich sie selbst in der Bar angesprochen habe, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass ich diesen Menschen nicht in meinem Leben haben könnte. Und jene, die man nicht zu nahe an sich ranlassen wollte, weil das sehr gefährlich werden könnte. Weil es zu intensiv geworden wäre, zu scherzhaft hätte werden können. Weil es einfach zu viel der Leidenschaft gewesen wäre. Vermutlich. Wissen tu ich es nicht. Aber auch diese Feuer sollten erlöschen. Und vielleicht habe auch ich so manches Herz gebrochen.

Und dann waren da auch noch die, die dir sagten, dass sie mit dir nicht (mehr) zusammen sein könnten, weil sie eine Freundin wollen, mit der sie Sport betreiben können oder meinten, dass es schon ein Problem wäre, dass ich nicht Schwimmen, Radfahren oder wandern könne, denn das wäre schon schön, wenn man sowas gemeinsam machen könnte. Eine kunterbunte Mischung an Persönlichkeiten, die mein Leben stets spannend machte, in jeglicher Hinsicht. Aber Erika ohne Liebe und Leidenschaft im Leben? Das ging nie sehr lange. Das passte einfach nicht. Gar nicht.

Aber eine Sache, oder vielleicht nenne ich es sogar Problematik, zog sich durch mein gesamtes Liebesleben. Und zwar jene, dass es mit dem „Liebes-Gesamtpaket“ nicht so richtig klappen wollte. Es gab Männer in die ich mich Hals über Kopf verliebte und mit denen der Sex atemberaubend war, aber die waren es dann auch immer, die keine Beziehung wollten oder dafür absolut nicht geeignet waren. Das waren die Männer, die man nur für eine kurze Affäre haben konnte, aber von Beziehungsmaterial waren sie weit entfernt. Um ehrlich zu sein, von dieser Art Männern wurde mir nicht nur einmal massiv das Herz gebrochen. Hier stimmte die Leidenschaft, aber der Rest war katastrophal. Sich geborgen oder sicher fühlen, oder gar so akzeptiert werden wie man eben ist, daran war nicht denken.

Das war ganz anders beim bindungsfähigen, bodenständigen Typ Mann. Eine stabile Beziehung mit lieben Männern, die mich vermutlich nie verlassen hätten. Aber Leidenschaft? Fehlanzeige! Die Intimität wollte einfach von Anfang an nicht so richtig passen. Natürlich umarmte man sich gerne und gab sich auch viele „Busserl“, aber alles was darüber hinausging fühlte sich falsch an. Vielleicht war es die Biochemie die nicht stimme oder zu wenig Männlichkeit oder auch ein Mix aus beidem. Ich kann es gar nicht so genau festlegen.

Beides in einem Mann vereint gab es für mich nicht. Entweder die Leidenschaft war da und dafür die Geborgenheit und Sicherheit nicht oder umgekehrt. Einige meiner Freunde und Familienmitglieder wollten mir dann erklären, dass es beides auf einmal nicht gibt oder zumindest nur ganz selten. „Willst du einen Mann, bei dem du dich geborgen fühlen kannst, dann musst du auf die körperliche Anziehung verzichten und wenn dir die Leidenschaft so wichtig ist, dann musst du eben bei der Bindungsfähigkeit Abstriche machen. Alles kann man nicht haben.“

Und da war es wieder, mein leidiges Thema, sich mit etwas abfinden zu müssen, weil man es nicht haben kann. Darin bin ich halt wirklich nicht sehr gut. Eine Zeitlang glaubte ich ihnen das sogar. Es war aber trotzdem immer etwas, das ich nicht wahrhaben wollte, oder einfach nicht akzeptieren konnte. Wenn etwas in meinem Leben nicht passt, muss es so bald wie möglich geändert werden. Das kann doch nicht sein, dass so viele Paare auf dieser Welt ausschließlich Beziehungen und Ehen mit schlechtem Sex führen! Ich wollte das Gesamtpaket auch, und wenn ich es nicht haben konnte, dann lieber Single bleiben. Somit schrieb ich das Thema „Die große Liebe finden“ und „Familie gründen“ wieder ab und wollte nur mehr mein Leben genießen.

Man weiß nicht was die Zukunft bringt, aber seit kurzem habe ich den Beweis dafür, dass es real ist und sich meine Hartnäckigkeit endlich gelohnt hat. Nun gibt es in meinem Leben jemanden, der es schafft, mir alles zu geben, was ich mir immer gewünscht habe und das macht mich aktuell überglücklich. Mein Herz ist so dermaßen mit Liebe und Geborgenheit ausgefüllt, wie ich es noch nie hatte und auch die Leidenschaft kommt alles andere als zu kurz. Nun kann ich euch sagen, dass es möglich ist, wenn man nur nicht aufgibt und sich mit etwas zufriedengibt, das einem nicht erfüllt. Und nun kann ich zum ersten mal in meinem Leben behaupten: Ich bin zufrieden! Und auch das, ist wieder eine völlig neue Situation für mich.

Alles Liebe

Eure Erika

2 Kommentare zu “Erika und die Liebe

  1. Patrizia Schram

    Kann dir sowas von recht geben 💖
    So toll geschrieben… und freu mich mit dir 😍🌞

    Gefällt mir

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