Body & Soul Lifestyle

Love to be Single – Warum ich mein Singleleben liebe

Eigentlich sollte mein nächster Artikel von der Liebe handeln, aber jetzt geht es zwar auch um Liebe, aber nicht um die romantische, sondern um Selbstliebe. Denn momentan beschäftigt mich kein Thema mehr, als es die Liebe macht. „Kinderlose Singlefrauen sind am glücklichsten.“ Diese Aussage las ich vor ein paar Monaten in einem Beitrag und hätte damals nicht gedacht, dass ich diese Aussage jemals unterschreiben könnte. Mittlerweile bin ich anderer Meinung.

Die Coronakrise gab mir die Möglichkeit, sehr viel Zeit zu haben, um über mich selbst nachzudenken und somit philosophierte ich oft stundenlang vor mich hin und ließ meinen Gedanken einfach freien Lauf oder meditierte. In mir gab es noch so viel zu erforschen, dass es fast unmöglich schien, jemals damit fertig zu werden. Eine Erkenntnis, die ich dadurch erst vor kurzem hatte, überraschte mich aber völlig. Und zwar es die, dass ich in meinem Leben immer am glücklichsten war, wenn ich keine Beziehung hatte. Nur dann war ich immer komplett bei mir.

Dementsprechend hab ich es nie verstanden, wenn andere sagten, man würde erst dann glücklich sein, wenn man einen passenden Partner gefunden hat. Bei mir war es nämlich immer genau das Gegenteil. Immer wenn ich eine Beziehung einging, war mein Leben ein Kompromiss. Ja, ich weiß, man muss im Leben Kompromisse machen, schon klar. Aber darin bin ich leider nicht sehr gut. Tatsächlich bin ich wohl bekannt dafür, mein Ding durchzuziehen ohne dabei andere besonders zu berücksichtigen. Auch in meiner Ehe, vergaß ich oft auf den Menschen neben mir einzugehen, was ich nun auch etwas bereue.

Offensichtlich hatte ich nicht darauf hingearbeitet, eine Familie zu gründen, wie ich immer dachte, sondern darauf, unabhängig zu sein, ohne auf einen Partner angewiesen zu sein. Das sagt ganz schön viel aus, finde ich. Nicht ganz unschuldig daran ist wohl meine Mama, die immer stark sein musste und vieles völlig alleine meisterte. Für mich war immer klar, dass ich mich nur auf meine Mutter wirklich verlassen konnte. Ein starkes Männliches Vorbild gab es in meiner Kindheit nicht.

Vor ein paar Monaten sagte eine Freundin zu mir, dass ich alleine so viel sei, dass es neben mir keinen Platz für jemand anderen gibt. Ich sagte es nicht, aber dieser Satz machte mich extrem wütend. Was sollte das bitte bedeuten? Soll ich jetzt mein Leben lang alleine leben, weil ich beziehungsunfähig bin oder wie? Mag sein, aber mittlerweile verstehe ich diese Worte etwas besser. Denn, immer wenn ich in einer Beziehung war, konnte ich die „echte“ Erika nicht zu 100% leben und das erschöpfte mich und machte mich müde. Dann musste ich zum Beispiel oft Dinge machen, die ich nicht wollte und damit konnte ich einfach nicht leben.

Alleine zu sein, ist für mich sogar etwas extrem wertvolles. Keinen Einfluss von außen zu haben und sich nur auf sich selbst konzentrieren zu können. Einfach traumhaft. Leider haben viele Menschen das Problem, dass sie nicht alleine sein können. Sei es aufgrund von Ängsten oder innerer Leere. Vielleicht auch die Angst vor den eigenen Gedanken und was eine Erkenntnis daraus, für ihr Leben bedeuten würde. Und wieder andere müssen es und wollen es aber nicht. Zum Glück bin ich von beiden nicht betroffen. Natürlich hab auch ich Angst, aber ich weiß sehr gut mit dieser umzugehen. Ich weiß in jeder Gefühlslage was ich machen muss, um mich wieder auf Kurs zu bringen. Eine Fähigkeit, die man lernt, wenn man sich viel mit sich selbst beschäftigt, wenn man alleine ist.

Für mich gibt es einfach nichts schöneres, als einfach zu machen was ich will. Wenn ich alleine sein will, bin ich das. Wenn nicht, dann bin ich es nicht. Ich mache in jedem Augenblick meines Lebens, genau das was ich machen will, also, wofür ich mich entschieden habe. Das empfinde ich als enormen Luxus. Ob es stundenlang mit einem guten Buch oder guter Musik und einer Tasse orientalischem Chai Tee auf meiner Terrasse im Paradies ist oder Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Es gibt in meinem Leben de facto keine Leere, von der so viele sprechen.

Einziger Nachteil der ganzen Sache ist, man ist auch alleine für alles verantwortlich. Egal ob dein Wasserwerk den Geist aufgibt oder du krank bist. Man muss es alleine irgendwie hinkriegen, aber das kenn ich eigentlich nicht anders, seit ich von meinem Elternhaus ausgezogen bin. Aber sagen zu können, dass ich es alleine schaffe, mich um Haus und Garten zu kümmern und ich beruflich genau das mache, was ich immer wollte, macht mich extrem stolz.

Vielleicht gibt es ja da draußen jemanden, der es schafft mich zu ergänzen und nicht einzuschränken, aber bis ich diese Person gefunden habe, bin ich einfach mal weiterhin nur glücklich.

Alles Liebe

Eure Erika

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