Body & Soul Stroke stuff

Die schmale Grenze zwischen Selbsthass und Selbstliebe

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Heute standen 45 Minuten am Crosstrainer auf meinem Plan. Schließlich wär Bewegung so wichtig um beweglich zu bleiben. Doch dann das: Schon nach wenigen Minuten merke ich, dass mein Körper heute so gar nicht will, wie ich das gerne von ihm hätte. Mein Fuß verkrampft sich bis zum Maximum und auch mein Arm gehorcht mir nicht. „Einfach weiter machen Erika, nicht nachgeben. Nachgeben ist etwas für Versager!“, sage ich mir anfangs noch zuversichtlich. Doch es wird schlimmer, der Schmerz in meinem Fuß nimmt immer mehr zu. „Ahhhhhh, verdammt“, schreie ich. „Hör auf du verdammte Scheiße. Ich möchte wieder die Kontrolle über meinen Körper!“ Es hilft nicht. Es wird schlimmer. Der Schmerz durchdringt meinen Körper. „Ich hasse es! Ich hasse meinen Körper!“ brülle ich noch lauter und schlage dabei auf meinen Arm ein um ihn in die Beuge zu zwingen.

Ich versuche es einfach rückwärts zu laufen. Die Bewegung geht gegen die Spastik. Das wird klappen! Nichts da. Nichts wird besser. Noch fünf Minuten, dann hab ich wenigstens eine halbe Stunde geschafft. Die letzte Minute bewältige ich mit schmerzverzerrtem Gesicht und Tränen in den Augen. Aber eine halbe Stunde muss es sein! Ich darf nicht nachgeben. Ich möchte wieder Kontrolle über meinen Körper haben und nicht umgekehrt. Das geht ja gar nicht! Ich steige vom Crosstrainer und ärgere mich über mich selbst, einerseits nicht die 45 Minuten geschafft zu haben und andererseits den Selbsthass wieder so viel Spielraum gegeben zu haben. „Es sollte heute nicht sein. Morgen geht es wieder besser, Für heute hat es gereicht.“ sage ich beruhigend zu mir. Ich muss meinem Hirn wieder vermitteln, dass doch alles gut ist und ich völlig überreagiert habe…

Wer schön sein will, muss lachen

Ein paar Minuten später stehe ich ausgezogen vor dem Spiegel im Badezimmer und betrachte meinen Körper. Das regelmäßige Training macht sich langsam bemerkbar. „Du siehst wirklich verdammt gut aus.“, denke ich mir. Ich liebe ihn doch so sehr meinen Körper. Den Körper, der schon so vieles geleistet hat, der nie nachgegeben hat und doch immer noch ein bisschen mehr schaffte, als ich im Vorhinein glaubte.

Ich liebe meine Brüste, meinen Hintern, meine Beine und mein Gesicht vor allem wenn ich lache. Aber auch meinen Bauch, der alles andere als dem klassischen Schönheitsideal entspricht. Auch die kleinen Speckröllchen am Rücken und meine Oberarme, die nie weniger werden, egal was ich dafür mache. Perfektion und Normalität sind ohnehin nicht erstrebenswert, das ist doch etwas für Leute die nicht herausstechen wollen aus dem Mainstream.

Zwischen Selbsthass und Selbstliebe liegen oft nur wenige Minuten

Was ich damit sagen möchte, es ist absolut ok, sich in 5% seiner Lebenszeit zu hassen, wenn man es schafft sich in den restlichen 95% zu lieben. Am schönsten ist man doch, wenn man sich selbst gut findet wie man ist. Mir ist klar, dass das für Frauen grundsätzlich eine ziemliche Challenge darstellt. Sind wir doch permanent umgehen von den perfekt retuschierten Mädels in Magazinen und Werbungen. Trotzdem!

Bis vor einem Jahr gab es keinen Moment in meinem Leben, in dem ich mich wirklich schön fand, geschweige denn mit mir zufrieden war. Wenn ich mir jetzt Fotos von früher ansehe, finde ich mich darauf wunderschön und kann nicht verstehen, wie ich nur mit mir unzufrieden sein konnte. Das Mädchen auf den Fotos tut mir leid, weil ich weißt, wie es über sich selbst gedacht hat. Deshalb finde ich mich jetzt einfach perfekt so wie ich bin und wenn andere das nicht tun ist das ja nicht mein Problem, oder?


In diesem Sinne, tut euch einen Gefallen und liebt euch verdammt nochmals so wie ihr seid. Und sagt jemand zu euch ihr seid nicht gut so wie ihr seid, dann sollte diese Person sofort Geschichte in eurem Leben sein. Ihr seid verdammt gut so wie ihr seid! Das Leben ist einfach viel zu kurz für Selbstzweifel. Und unter uns, für Männer gibt es nichts schöneres, als eine Frau, die mit sich selbst im Reinen ist. 😉

Alles Liebe

Eure Erika

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