Body & Soul Lifestyle

Scheidung, wenn du ein Handicap hast. Darf man sich das trauen?

Bild von Stefan Renner

Eine gute Freundin erzählte mir vor ein paar Wochen, dass das Jahr 2020 für viele Menschen große Veränderungen bringen wird. Angeblich würde alles auseinander gehen, was nicht zusammen gepasst hat. Vor kurzem erzählte mir jemand, die aktuelle Zeit wäre jene Zeit, die nun auf Wahrheit prüft. Es würde sich nun alles neue ordnen und man wird einen anderen Weg einschlagen, wenn der bisherige nicht für einen bestimmt war. Noch nie habe ich in meinem Leben eine derartige Entwicklung durchgemacht, wie im vergangenen Jahr. Startschuss von all dem war die Geburtsstunde meines Blogs Mrs. Stroke.

Wenn einem immer mehr bewusst wird, dass Trennung die einzige Möglichkeit ist

Schon länger war uns beiden klar, dass das Leben nicht so sein sollte, wie wir es gemeinsam lebten. Keiner hat sich bislang getraut es auszusprechen, dass man eigentlich nicht glücklich sei. Wie so viele Paare, erzählt man auch selbst nur die guten Sachen und behält das, was nicht funktioniert lieber für sich. Man lebte nebeneinander her und verbringt nur mehr gelegentlich eine schöne Zeit miteinander. Doch trotzdem tut man sich nicht gut. Die gemeinsamen Aktivitäten werden immer weniger und es stört einem nicht mal. Sich das einzugestehen war nicht leicht, für uns beide nicht. Wir waren mehr mit unseren Handys und diversen anderen Medien zusammen, als miteinander. „Das ist normal, wenn man mal sieben Jahre in einer Beziehung ist“, hörte ich immer wieder von Bekannten. Aber ist es das wirklich? Natürlich kann die klassische Verliebtheit, schon rein aus biochemischen Gründen, nicht länger andauern als maximal ein dreiviertel Jahr. Aber ist es wirklich normal, dass man kaum noch eine Gesprächsbasis hat und eigentlich lieber Zeit mit Freuden und Familie verbringt als mit seinem Ehepartner?

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre…

Ich lebte zu lange in einer Illusion. Wenn ich erstmal mit dem Studium fertig bin und ich dann mit allem nicht mehr so überfordert bin, dann wird es besser. Wurde es nicht. Wenn wir dann mit dem Ausbau fertig sind, dann wird sich alles zum Positiven entwickeln. Hat es nicht. Nagut, jetzt heiraten wir und dann bekommen wir ein Kind und dann wird alles gut werden. „Stopp!! Halt!!“, schrie meine innere Stimme lauthals auf.  Ist das der richtige Grund um ein Leben zu erschaffen, für das du denn Rest deines eigenen verantwortlich sein wirst? Und wann dann erstmal der Punkt kommt, an dem du die Situation nicht mehr erträgst, dann bist du alles andere als unabhängig. Sollst du das also riskieren, wenn du eigentlich mit deiner Partnerschaft so gar nicht zufrieden bist? Selbst habe ich mich immer über diejenigen echauffiert, die ein Kind bekamen, um ihre Ehe zu retten und nun hätte ich es beinahe selbst getan.

Ich mache mir nun natürlich sehr viele Gedanken über vieles. Dass nun alle von einem enttäuscht sein werden zum Beispiel. Weil man es nicht länger geschafft hat, sich selbst so weit zurückzunehmen, um es weiterhin ertragen zu können. Bis zum dramatischen Schlussakt habe ich doch alles gegeben, sage ich mir. Und zwar so lange, bis ich nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte. Wenn nur einer kämpft, dann scheint der Kampf aussichtslos, das ist mir jetzt klar.

Was bleibt, ist die Veränderung und ein bisschen Angst davor

Grundsätzlich ist eine Trennung oder eben Scheidung, für jeden etwas Schlimmes, denke ich. Vor allem dann, wenn keine neuen Partner im Spiel sind. Man stellt sich die üblichen Fragen: Wird es jemals wieder einen Menschen in meinem Leben geben, der mich so akzeptiert wie ich eben bin? Bin ich überhaupt beziehungsfähig? Werde ich nun für den Rest meines Lebens alleine wohnen? Oder möchte ich das vielleicht sogar? Obwohl man sich im Vorhinein, genau darüber im Klaren war, dass es jetzt nur mehr diesen einen Weg gibt, fühlt es sich im Nachhinein nochmal ganz anders an.

Wenn du nichts riskierst, riskierst du viel mehr (Autor unbekannt)

Mit diesem Zitat möchte ich diesen Beitrag abschließen. Und zu der Frage im Titel meines Beitrages, ja, man muss es sich trauen! Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass man sich am stärkste zum Positiven entwickelt, wenn man sich immer dem stellt, wovor man am meisten Angst hat. Viel zu oft bleibt man in einer Lebenslage hängen, weil man zu große Angst vor der kommenden Veränderung hat. Wie kann es nun für mich weitergehen? Ich würde sagen, dass ich noch nie so viele Möglichkeiten in meinem Leben gesehen habe, wie in diesem Moment. Noch nie kam so viel von der echten Erika zum Vorschein. Vertrauen auf das was kommt und abschließen mit dem was war.

1 Kommentar zu “Scheidung, wenn du ein Handicap hast. Darf man sich das trauen?

  1. Jedes Ende hat einen Neuanfang – ja es ist schwer und es wird viele Veränderungen geben, aber ich hoffe du bist jetzt zufriedener. Ich habe mich auch vor Kurzem getrennt – es hat schon vor dem SA gekrieselt und er war in den schwierigen Zeiten da für mich, aber das gemeinsame Leben ist nicht so wie ich mir die Zukunft vorstelle.

    Ich hoffe für dich, dass alles so verläuft wie du dir es vorstellst.
    ALLES ALLES GUTE!!!
    GLG, Geraldine

    Liken

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