Body & Soul Stroke stuff

Wie du trotz eines Schicksalsschlages OptimistIn bleibst!

Bild von Alfonso Cerezo auf Pixabay

Duden beschreibt einen Schicksalsschlag als trauriges, einschneidendes Ereignis in jemandes Leben. Plötzlich ist alles anders und irgendwie muss man versuchen wieder ins Leben zurück zu finden und das, mit einer möglichst positiven Einstellung dazu. Jeder Mensch hat andere Methoden um ein entsprechendes Ereignis, mit vielleicht sogar bleibenden körperlichen Einschränkungen, zu verarbeiten. Mit welchen ich es geschafft habe, ein optimistischer Mensch zu werden und auch zu bleiben, möchte ich euch in diesem Beitrag verraten.

Ein optimistischer Mensch zu sein, war eine bewusste Entscheidung

Wer mich näher kennt, weiß, dass ich meistens dem Leben gegenüber im Großen und Ganzen sehr positiv eingestellt bin und vor allem gerne lache. Ich versuche jeden schönen Moment der sich mir bietet, in vollen Zügen zu genieße. Ich bin jedoch nicht der Meinung, dass dies eine Gabe ist, die man bei der Geburt verliehen bekommt, sondern, dass es sich in gewisser Weise antrainieren lässt.

„Du hast die Wahl. Du bist der Meister deiner Einstellung. Wähle das Positive, das Konstruktive. Optimismus ist ein Glaube, der zum Erfolg führt.“

(Bruce Lee)

Ein paar Jahre nach meinem Schlaganfall, während meiner Oberstufen-Schulzeit, wachte ich quasi aus meiner Trance auf und mir wurde schlagartig etwas klar. Es könnte durchaus passieren, dass ich nach Abschluss meiner Ausbildung für längere Zeit arbeitslos sein könnte. Dieser Gedanke machte mir enorme Angst.

Dann sagte ich zu mir: „Du hast nun zwei Möglichkeiten: Entweder versinkst du nun in deinem Selbstmitleid und schlitterst geradewegs in eine Depression, findest wahrscheinlich wirklich keine Arbeit und bist wahrscheinlich für längere Zeit arbeitslos, oder du hegst ab sofort stets eine positive Einstellung zum Leben  und gibst alles, um irgendwann deine Lorbeeren dafür genießen zu können. Ich entschied mich dafür, mein Leben so schön wie nur möglich zu gestalten, mit meinen Zielen immer vor Augen und es klappte tatsächlich.

Wir müssen ja sowieso denken. Warum dann nicht gleich positiv?

(Autor unbekannt)

Einfach nur da sitzen und blöd schauen

Die Überschrift ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Eine Sache, die ich fast täglich zelebriere ist, mich mit einer Tasse Kaffee oder Tee an den Küchentisch oder auf die Gartenbank zu setzen und meine Gedanken kreisen zu lassen. Ihnen einfach mal freien Lauf zu lassen und sie ganz bewusst wahrnehmen, ohne durch Handy, Radio oder Fernsehen usw. abgelenkt zu werden. Ich lasse die letzten Tage oder Stunden nochmals Revue passieren und achte darauf, ob mich etwas davon belastet, womit ich mich noch intensiver beschäftigen muss oder auch, welchen schönen Momenten ich vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet habe. Wie sagt man so schön „Jedes Gefühl will auch gefühlt werden!“. Durch unsere Verdrängungskünste, die wir uns durch die heutige sehr schnelllebige Zeit angeeignet haben, verdrängen wir viele unserer Empfindungen gerne mal. Anschließend fühle ich mich immer wesentlich ausgeglichener und zufriedener.

Bitte lächeln! – Überlebensstrategie lachen

 Immer wieder lese ich in verschiedensten Artikeln, dass sich unser Hirn Reaktionen merkt, die man öfter ausführt und diese als „richtig“ abspeichert. Aufgrund dessen holt es sich dieses „Know how“ immer wieder für die Bewältigung entsprechender Situationen hervor. So geht es mir mit dem Lachen, das mittlerweile zu meinem wichtigsten Instrument geworden ist. Auch wenn mir etwas peinlich ist oder ich unsicher bin lächle ich. In meinem Hirn manifestierte  sich nach und nach, dass man mit dieser Art zu reagieren recht gut durchs Leben kommt. Es ist quasi zu meiner Überlebensstrategie geworden.

Gönne dir am besten in jungen Jahren eine Selbstfindungsphase ohne Partner

Viele Frauen und auch Männer befinden sich bereits ab dem Teenageralter ständig in einer Beziehung. Ich bin der Meinung, dass es gerade in dieser Zeit, dem Erwachsen werden, so enorm wichtig ist, auch einige Jahre nur mit sich zu sein. Ohne einen Partner, nach dem man sich richtet. Für mich war meine Selbstfindungsphase zwischen 17 und 23 Jahren, ohne eine feste Beziehung, im Nachhinein betrachtet, das Beste was mir passieren konnte. Nun weiß ich ganz genau, was mein Körper und meine Seele brauchen und wie ich es schaffe dies zu bekommen. Natürlich habe ich mich in dieser Zeit auch oft gefragt, ob ich denn überhaupt noch den richtigen Partner finden werde. Ich hatte jedoch immer das Gefühl,  mich auf mein Urvertrauen verlassen zu können. Der richtige Zeitpunkt und die richtige Person würden kommen.

Wenn Vergleiche, dann nur mit Menschen, denen es schlechter geht als dir

Viele Mentaltrainer usw. raten dazu, sich grundsätzlich nicht zu vergleichen. Ich sehe das nicht ganz so. Mir tut es gut, mich mit Menschen zu vergleichen, denen es schlechter geht als mir. Nach einer Reha zum Beispiel, wo man sehr viele Leute mit extremen Schicksalsschläge kennen lernt,  betrachte ich meine Situation wieder mit ganz anderen Augen. Zudem denke ich oft an Menschen, die an Hunger leiden, kein Dach über dem Kopf oder keinen Job haben.

Wenn ich mich mal wieder darüber aufrege, wie viel ich putzen muss, stelle ich mir vor, wie es mir gehen würde, wenn ich von heute auf morgen mein Haus verlieren würde. Dann ändert sich meine Einstellung diesbezüglich meistens recht schnell. Natürlich könnte es immer schlechter sein, aber wir vergleichen uns doch auch so oft mit denjenigen, von denen wir den Eindruck haben, es ginge ihnen besser als uns. Diese Vorgehensweise sollte man sich jedoch so schnell wie nur möglich abgewöhnen.

Alles aussprechen und nichts runterschlucken

 In den letzten zwei Jahren habe ich mich sehr intensiv mit den Energiefressern in meinem Leben beschäftigt. Was ist es, was mich runterzieht und mir meine Energie raubt? Ganz klar herauskristallisier haben sich hierbei Beziehungen zu Menschen, bei denen ich nicht so sein kann wie ich wirklich bin. Denen man nicht offen sagen kann was man denkt. Am meisten Energie kostet es mich also, etwas vorzugeben was ich nicht bin. Vielleicht kennst du diese Treffen mit Menschen, wonach du dich einfach nur ausgelaugt fühlst und dich selbst in Frage stellst? Genau diese meine ich. Im beruflichen Umfeld ist es natürlich nicht immer möglich, unverblümt sagen zu können, was man denkt. Im Freundeskreis und der Familie sollte das jedoch anders sein. Denn wenn dich jemand nicht so mag wie du bist, dann bleibt diese Beziehung ohnehin immer nur oberflächlich und ist somit wertlos für dich.

Negative Gedanken über sich selbst sofort abwehren

Ganz verschwinden werden sie wohl nie aus unseren Köpfen, diese selbstzerstörerischen Gedanken, mit denen wir uns selbst schlecht machen. Doch man kann ihnen relativ gut die Stirn bieten, indem man sich sofort das Gegenteil davon sagt, sobald sie sich einschleichen. Manchmal kommt man dann eben ins Kippen. Sehe ich mich an einem schlechten Tag zum Beispiel in der Spiegelung eines Schaufensters gehen, dann muss ich erstmal schlucken und wieder die Fassung finden. Mein Gangbild lässt mich dann förmlich zusammenzucken. Es erscheint mir dann bereits so viel schlechter als noch vor einigen Jahren. Obwohl mir bei anderen Menschen ein Hinken niemals negativ auffallen würde, bin ich mir gegenüber nicht wirklich nett in der Hinsicht.

Dann versuche ich so schnell wie nur möglich, wieder umzudenken und mir immer wieder zu sagen: „Ich bin eine starke und außergewöhnliche Frau! Ich bin toll so wie ich bin!“ Diesen Satz wiederhole ich dann so oft, bis die negativen Gedanken verschwunden sind. Umso öfter man das macht, umso einfacher wird es, derartige Gedanken abzuwehren.

I’ll cross that bridge, when I come to it

Bei Ängste richte ich mich nach dem Sprichwort „I’ll cross that bridge, when I come to it“. Meist können wir gegen ein Problem, das wir auf uns zukommen sehen, aktuell noch keine Handlungen setzen. Ich sage dann immer wieder zu mir, dass es reichen wird, mich mit dieser Problematik auseinander zu setze, sobald sie eingetreten ist. Auch dann werde ich es noch schaffen, eine Lösung dafür zu finden.

Halte dich von negativen Menschen fern, die dich runter ziehen

Wir kennen sie doch sicherlich alle, diese Art von Menschen, die alle schönen Momente im Leben unbemerkt vorüberziehen ziehen lassen, weil sie so in ihrer Unzufriedenheit gefangen sind, sodass sie diese gar nicht mehr wahrnehmen. Es scheint alles schlecht zu sein, in deren Leben. Es gibt immer etwas über das man sich aufregen kann, sei es die Politik, das Wetter oder andere Leute. Das sind zum Beispiel auch die Menschen, die nur über sich selbst sprechen wollen und dir am liebsten in Dauerschleife ihre Probleme erzählen möchten. Sobald du von dir sprechen möchtest, wirst du sofort wieder unterbrochen.

Natürlich ist zuhören sehr wichtig, wenn es jemandem mal schlecht geht, aber sobald hierbei ein derart extremes Ungleichgewicht eintritt, ist es notwendig hier so bald wie möglich einen Schlussstrich ziehen. Um solche Menschen, solltest du am besten einen großen Bogen machen. Ich spreche hier natürlich nicht von depressiven Menschen, da dies wieder eine ganz andere Situation ist. Hier ist die Hilfe eines Experten gefragt, als Familienangehöriger oder Freund hat man meist keinen Einfluss auf die Situation.

Viele Menschen verstehen nicht, dass es eigentlich viel Kraft braucht, immer positiv zu bleiben. Manch einer denkt vielleicht sogar, dass man ihre Probleme eh verträgt, wenn man so ausgeglichen ist. In einem Seminar lernte ich, dass es quasi unmöglich ist, negative Personen aus ihrem Loch zu ziehen, jedoch sei es relativ leicht möglich, sich runterziehen zu lassen. Du brauchst jedoch deine gesamte Energie um mit deinem Schicksalsschlag umzugehen. Es bleibt einfach keine Zeit und Kraft für derartige Energiefresser, die meinen, es würde ihnen schlechter als allen anderen auf dieser Welt gehen.

Positiv zu denken heißt nicht, dass du immer gute Laune haben musst. Es bedeutet lediglich, dass du dir an „schlechten Tagen“ bewusst machst, dass auch wieder gute Tage kommen.

(Autor unbekannt)

Es wird sie immer wieder geben, die Phasen, in denen du dir denkst, dass es gerade wieder extrem schwierig ist, optimistisch zu bleiben. Nach nun fast zwanzig Jahren nach meinem Schlaganfall habe ich bislang noch immer nicht den Punkt der universellen Glückseligkeit erreicht. Es bleibt jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung sich klar zu machen, dass man gut ist, so wie man ist. Aber dran bleiben lohnt sich enorm!

Eure Erika

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