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Wo sind die Menschen mit Behinderung in der Werbung?

Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay

Habt ihr schon einmal eine Werbeeinschaltung mit Menschen, die ein Handicap haben, gesehen? Ich nicht. Der Artikel „Zwischen Schönheitsdruck und Empowerment“ in der Wienerin, indem Elisabeth Lechner über Body Positivity schreibt, regte mich zum Nachdenken an. Als „plus size“ und „disabled women“ finde ich mich darin wieder. Wohingegen sich plus size bereits hin und wieder in der Werbelandschaft findet, bleiben Menschen mit Behinderungen noch immer außen vor.

Ist zumindest plus size bereits akzeptiert?

Wow, haben wir Glück, dass wir zumindest schon ein paar Kilos mehr haben dürfen, als dem Schönheitsideal entspricht, um immerhin teilweise in der Werbung vorkommen zu dürfen. Aber natürlich auch nur dann, wenn die Kurven einer gewissen Norm entsprechen, versteht sich doch von selbst. „Sarcasm off* Aber wo sind wirklich die „disabled persons“? Sind wir einfach nicht makellos genug, um in der Öffentlichkeit zu erscheinen? Das will doch keiner sehen, wenn jemand hinkt oder einem ein Arm fehlt oder sogar im Rollstuhl sitzt, oder? Das reißt einem womöglich aus der rosaroten Brillen-Vorstellung heraus. Aber gerade das, wäre so wichtig. Es muss für alle normal werden, Menschen mit Behinderung in seinem Alltag zu sehen, damit es nichts Ungewöhnliches mehr ist. Denn nur dann, stellt es für Betroffene auch kein so großes Problem mehr da, in die Öffentlichkeit zu gehen.

Menschen mit Behinderung meiden deshalb die Öffentlichkeit

Es gibt mit Sicherheit genug Frauen und Männer, mit einer leichteren oder schwereren Behinderung, die sich zweimal überlegen, ob sie das Haus verlassen, weil einem ja ständig indirekt suggeriert wird, dass man in gewisser Weise falsch sei. Besonders am Land hat man oft das Gefühl ein/e Außerirdische/r zu sein, wenn man nicht dem Normalbild entspricht. Gleicht man doch beinahe eine Zirkusattraktion. Um nicht von den irritierten Blicken mancher Menschen verletzt zu werden, geht man dann lieber gar nicht außer Haus.

Es passt noch immer nicht in das gesellschaftliche Bild, wenn etwas oder eben jemand anders ist. Ein kleiner Lichtblick: Menschen mit Down-Syndrom sieht man bereits hin und wieder auf den Laufstegen der Welt. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich für Diversität in jeglicher Hinsicht ausspreche. Für mich gibt es nichts Schöneres. Das wertvollste das die Menschheit besitzt ist doch die Diversität unter uns. In der Natur steht eine hohe Artenvielfalt für ein stabiles Ökosystem. Und die Menschen möchten sich hingegen immer wieder,  in eine einheitliche Norm zwängen.

Ist „nur“ plus size oder „nur“ disabled einfacher?

Wenn ich Figur technisch gerade mal wieder so halbwegs dem Schönheitsideal entspreche, dann habe ich das Gefühl, dass auch mein Hinken akzeptabler für die Leute ist. Aber wehe ich nehme wieder zu, schon bekommt man von dem ein oder anderen Mann die Frage zu hören, was denn los sein, ob man etwa ernsthaft krank wäre. Gerade erst hätte man doch noch relativ gut ausgesehen. Und ja, so etwas passierte mir tatsächlich schon mehrmals. Natürlich sollte man sich denken „Scheiß auf das, was andere sagen!“, aber wie ich bereits in meinem Beitrag „Die Kunst des Verbergens – Wie du es schaffst, mit einer spastischen Hemiparese nicht aufzufallen!“ schrieb, ist das ein Prozess, den man durchmachen muss und ganz wird es sicher nie verschwinden.

Lange Zeit dachte ich, ich müsse mich verstellen bzw. etwas verstecken. Vor 10 Jahren hätte ich nicht einmal im Traum daran gedacht, eine Leggings zu meinen orthopädischen Schuhen anzuziehen oder sie gar mit einem darauf abgestimmten Outfit in Szene zu setzen. Leute mit Übergewicht oder einer anderen Hautfarbe als weiß zum Beispiel, kennen das sicher auch nur allzu gut.

Am Ende sind wir doch so oder so alle verschieden.

Ohne das Augenmerk darauf zu setzen,  als Frau schön sein zu müssen: Finden wir uns doch einfach gut und richtig, so wie wir sind. Egal ob man sich gerade „schiarch“ fühlt, ob mit Handicap oder ohne, mit 20 Kilo mehr oder weniger. Ob geschminkt oder ungeschminkt. Es geht einfach um viel mehr. Obwohl ich mich natürlich auch hin und wieder mal stark schminke und gerne schöne Kleider trage und mir nur allzu oft denke, dass ich mein Hinken gerne los wäre. Braucht es das alles nicht um unseren Wert zu definieren. Es sollte aber nun endlich zur Selbstverständlichkeit werden, dass wir so oder so alle anders sind und es gar keinen Sinn macht, sich der Norm anpassen zu wollen. In diesem Sinne alles Liebe von mir.

Eure Erika

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