Stroke stuff

The further story of my stroke – Die ersten vier Wochen nach meinem Schlaganfall

Wie ging es also weiter, nach meinem kleinen Weltuntergang?

Nach ein paar Wochen im Kinderspital St. Pölten hoffte ich jeden Tag darauf, endlich auf unseren wunderbaren Bauernhof zu meiner Familie zurück zu dürfen. Mein Heimweh war zu diesem Zeitpunkt bereits enorm. Ich frage mich, ob ich meinen 11. Geburtstag eventuell schon zuhause feiern könnte.

Zwei Wochen lang durfte ich zuvor nicht alleine aufstehen. Tag für Tag absolvierte ich meine Therapien – Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie – und ließ eine Untersuchung nach der anderen über mich ergehen. Man ging davon aus, dass die Dissektion durch eine zweifache angeborene Schwäche der Arteria cerebri media ausgelöst wurde. Nur ganz langsam schaffte ich es, meine linke Körperseite wieder etwas zu gebrauchen. Trotz Arbeits-Hochsaison auf dem Bauernhof besuchte mich meine Mutter fast täglich. An den Wochenenden auch meine Geschwister und andere Verwandte. Ein Arzt sagte zu mir einmal: „Bis du heiratest, ist es wieder ganz gut.“ Das half mir damals zwar, aber heute weiß ich, dass er nicht recht haben sollte.

Eine Krankenschwester blieb mir von damals in besonderer Erinnerung.

Sie drängte mich vehement immer wieder dazu, selbstständig Therapie mit meiner Hand zu machen. Vor allem immer wieder die Finger meiner linken Hand die Wand hinauflaufen zu lassen. „Wenn du das nicht machst, dann bleibt das so! Das wirst du dann schon sehen!“, redete sie immer wieder auf mich ein, wenn sie Dienst hatte. Schaffte ich es doch erst gerade, meinen Arm zu halten, ohne dass er nur hinunter hing. 

Die Tatsache, dass ich es Tag für Tag nicht schaffte, meine Finger zu bewegen, ließ mich jedes Mal zornig auf meine linke Hand werden und ich verzweifelte noch mehr. Sie soll doch einfach wieder das machen, was ich von ihr möchte! Ich verstand es einfach nicht: „Warum geht das jetzt nicht mehr?“ Nicht nur einmal schlug ich voller Aggressionen mit Tränen in den Augen auf meine Hand und mein Bein ein. Auch der Versuch wieder Gitarre zu spielen, blieb ein hoffnungsloser Fall. Was andere erst im höheren Alter erfahren, lernte ich bereits als Mädchen. Nämlich damit umzugehen, wenn dein Körper nicht mehr das macht, was du möchtest.

Das Mädchen aus Pakistan.

Meine Zimmerkollegin war ein Mädchen aus Pakistan, dem eine medizinische Behandlung in Österreich ermöglicht wurde. Leider weiß ich weder ihren Namen noch gegen welche Krankheit sie kämpfte. Jedenfalls hatte sie eine Öffnung am Kehlkopf, die jeden Tag abgesaugt werden musste, was sie stets tapfer über sich ergehen ließ. Sie wirkte so stark und trotz ihrer unglaublich dramatischen Geschichte so fröhlich. War sie doch bereits ein halbes Jahr weg von Zuhause und hatte seither ihre Familie nicht gesehen. Sie war eines der stärksten Mädchen, das ich kennen lernen durfte und war damals eine großes Vorbild für mich.

Eine Visite brachte einen unerwarteten Wandel

Eines Tages, als wieder Visite an der Tagesordnung stand, war ich der festen Überzeugung, dass es nun endlich soweit sei – man würde mir mitteilen, dass ich wieder nach Hause dürfe. Doch es kam anders. Ein Arzt berichtete uns, sie hätten alles versucht, um die zwei Verengungen zu öffnen, aber es hätte leider nicht wie geplant funktioniert.

Da das Risiko zu hoch sei, dass ich einen zweiten Schlaganfall erleide, würde man eine Bypass-Operation im AKH Wien unbedingt anraten. Damit sei natürlich ein längerer Krankenhausaufenthalt verbunden. Sollte ich tatsächlich in meinem Zustand einen zweiten Schlaganfall erleiden, würde ich entweder daran sterben oder ich wäre ein schwerer Pflegefall, fuhr er fort. Diese harten Worte ließen meine Welt erneut zusammenbrechen.

Mein erwartungsvolles, einseitig lachendes Gesicht verwandelte sich in ein schockiertes.

Völlig mit der Situation überfordert, zog ich mir langsam die Decke über mein Gesicht, um mein bevorstehendes, laut schluchzendes Weinen zu verstecken. Zu schlimm war die Vorstellung noch länger im Krankenhaus bleiben zu müssen.

Da das Risiko leider wirklich viel zu hoch war, entschied sich meine Mutter für die Operation. Als Trost durfte ich nach vier Wochen im Spital zumindest an meinem Geburtstag einen Tag nach Hause, auf eigenes Risiko natürlich. Als ich aus dem Auto ausstieg, musste ich mich zusammenreißen, um nicht vor Freude in Tränen auszubrechen. Alles roch so toll nach daheim und selbst der Küchenboden erschien mir als unbeschreiblich schön. Obwohl mir die Rückkehr ins Krankenhaus danach sehr schwer fiel, gab mir dieser Tag auch viel Kraft für das Bevorstehende.

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